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Wie viel kann ich in einer Woche abnehmen und was ist gesund?

Warum die Waage weniger verrät, als du denkst.

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Auf einen Blick

  • Wie viel du in einer Woche abnimmst, ist individuell. Die medizinische Leitlinie nennt bei einem täglichen Defizit von 500 bis 600 kcal etwa 0,5 kg pro Woche als realistischen Durchschnitt.
  • Verlorenes Gewicht ist nicht gleich verlorenes Fett. Gerade am Anfang schwankt die Zahl auf der Waage stark, weil auch Wasser und Glykogenspeicher sie beeinflussen. Der Trend über mehrere Wochen sagt mehr aus.
  • Schnell abnehmen ist nicht besser, denn sehr strenge Diäten sind kaum durchzuhalten. Setze auf Ernährungsumstellung, Bewegung und Geduld. Das Juniper Programm verbindet medizinische Begleitung mit Ernährungsberatung für langfristige Veränderungen.

DAS Thema beim Abnehmen ist: Resultate. Vielleicht fragst du dich: Wie viel schaffe ich in einer Woche? 1 Kilo? 3 Kilo? Oder sogar mehr?

Eine allgemeine Antwort dazu gibt es nicht. Wie schnell sich dein Gewicht verändert, hängt nämlich von vielen Dingen ab. Die aktuelle medizinische Leitlinie zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas gibt aber einen Orientierungswert, auf den wir gleich genauer eingehen.[1] Leider ist auch nicht jedes verlorene Kilo automatisch verlorenes Körperfett. Darum gilt: schau nicht nur auf die Waage.
Wie viel Gewichtsverlust realistisch ist, welche Methoden und Wege es gibt, deinen Erfolg langfristig zu sichern und warum gesundes Abnehmen keine Competition ist, erfährst du in diesem Artikel.

Wie viel Kilo pro Woche sind realistisch?

Ein halbes Kilo oder sogar mehr? Du wirst du auf unterschiedliche Zahlen und Fakten stoßen. Einen wissenschaftlichen Anhaltspunkt bietet die medizinische Leitlinie zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas: Aus Sicht der Experten ist bei einem täglichen Kaloriendefizit von 500 bis 600 kcal über einen Zeitraum von maximal drei Monaten ein Gewichtsverlust von ungefähr 0,5 kg pro Woche zu erwarten.[1] Diese  0,5 kg pro Woche sind ein Durchschnitt und keine Garantie. Vielleicht bewegt sich dein Gewicht in einer Woche deutlich, in der nächsten kaum. Solche Schwankungen gehören dazu. Egal wie stark dein Wunsch nach konstantem Abnehmen ist.

Und was genau ist ein Kaloriendefizit? Es entsteht, wenn dein Körper mehr Energie verbraucht, als du über Lebensmittel und Getränke aufnimmst (ob dabei z.B. Obst oder Brot auf den Teller kommt, ändert nichts am Prinzip).

Vergleiche helfen wenig. Denn wie hoch dein Kalorienbedarf ist, hängt von Faktoren wie Größe, ob du ein Mann oder eine Frau bist, Muskelmasse und Bewegung ab. Auch Ausgangsgewicht und individuelle Körperzusammensetzung wirken mit.  Statt dich also auf bestimmte Werte zu konzentrieren, betrachte deine Entwicklung lieber langfristig.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung setzt auf eine Kombination aus Ernährungsumstellung, Verhaltensänderung und mehr körperlicher Aktivität.[2] Dein Ziel muss also nicht sein, jede Woche Gewicht zu verlieren, sondern dass du durchhältst und die neue Ernährung wirklich zu deinem Lebensstil passt.

Gewichtsverlust ist nicht gleich Fettverlust

Zwei Kilo weniger. Heißt das zwei Kilo Fett? Nicht unbedingt. Denn dein Körpergewicht setzt sich u.a. aus Körperfett, Muskeln, Knochen und Wasser zusammen. Auch der Inhalt deines Verdauungstrakts nimmt Einfluss.

Gerade am Anfang verändert sich dein Gewicht schnell. Vielleicht isst du neuerdings Low Carb und verzichtest auf Zucker. Bewegst dich mehr. Dein Organismus reagiert. Du kommst deinem Wunschgewicht scheinbar schneller näher. Ein Grund dafür sind aber auch die Glykogenspeicher in Muskeln und Leber. Glykogen dient als Energiereserve und wird zusammen mit Wasser gespeichert. Werden diese Reserven kleiner, wird auch gebundenes Wasser frei. Studien zeigen, dass solche Veränderungen kurzfristige Gewichtsschwankungen deutlich beeinflussen.[3] Ein Minus auf der Waage heißt darum nicht, dass du Fett abgebaut hast. Umgekehrt heißt eine Woche ohne Veränderung auch nicht, dass sich nichts tut.

Wenn du dich trotzdem fragst, wie viel Fett man in einer Woche abnehmen kann, gibt es ebenfalls keine allgemein gültige Zahl. Auch Fettabbau hängt von der Energiebilanz ab. Der Körper reagiert dynamisch auf ein Kaloriendefizit. Mit zunehmender Gewichtsabnahme verändern sich der Kalorienverbrauch und die Körperzusammensetzung.[1] Eine simple Rechnung wie „7.000 eingesparte Kalorien entsprechen immer genau einem Kilo weniger Körperfett“ bildet dies nur unzureichend ab.

Für deinen Fortschritt ist deshalb der Trend über mehrere Wochen viel aussagekräftiger. Und falls dein Gewicht am Anfang besonders schnell sinkt, kann es gut sein, dass ein Teil davon nur Wasser war.

Was bestimmt, wie schnell man abnimmt?

Warum nimmt der eine scheinbar mühelos und schnell ab und der andere nicht? Eine zentrale Rolle spielt hier wieder die Energiebilanz. Kalorienzählen kann ein Hilfsmittel sein, ist aber keine Voraussetzung. Denn wie groß dein Defizit ausfällt, hängt wie gesagt nicht nur davon ab, was du isst, sondern auch von Körpergröße, Alter, Geschlecht, Körperzusammensetzung, individuellen Fettreserven, dem jeweiligen Stoffwechsel und der Bewegung im Alltag.

Dazu kommt: Dein Kalorienbedarf bleibt nicht gleich. Mit sinkendem Gewicht und schrumpfenden Fettzellen braucht der Körper weniger. Es kommt beim Abnehmen zu Anpassungen des Energieverbrauchs.[4] Darum lässt sich dein anfängliches Tempo nicht einfach hochrechnen.

Sport und Bewegung machen einen deutlichen Unterschied. Sie erhöhen nicht nur den Kalorienverbrauch und kurbeln deine Fettverbrennung an, sondern sind für den Aufbau und Erhalt deiner Muskelmasse interessant. Eine Meta-Analyse zeigte, dass Sport während einer kalorienreduzierten Ernährung dazu beitragen kann, fettfreie Körpermasse besser zu erhalten: ein sehr guter Grund, nicht nur Kalorien zu zählen.[5]

Auch Schlaf gehört zum Gesamtbild. Schlafen ist zwar kein Geheimtrick, mit dem du die Fettverbrennung über Nacht ankurbelst. Deine Schlafdauer und Schlafqualität spielen aber eine Rolle.

Warum möglichst schnell abnehmen nicht besser ist

Ein großes Kaloriendefizit klingt erstmal sinnvoll. Für langfristiges Abnehmen ist „so wenig wie möglich essen“ trotzdem keine gute Strategie. Denn je geringer die Kalorienaufnahme, desto schwieriger wird es, deinen Körper mit Energie und wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Die aktuelle medizinische Leitlinie empfiehlt bei einer reduzierten Ernährung ausdrücklich, auf ausreichende Nährstoffversorgung zu achten.[1] Sehr restriktive Diäten sind kaum alltagstauglich. Hunger oder Heißhunger machen es zu schwer, dranzubleiben.

Verlierst du Fett oder Muskelmasse? Auch die Zusammensetzung des verlorenen Gewichts zählt. Eine systematische Übersichtsstudie verglich eine schnelle mit einer langsameren Gewichtsabnahme bei Menschen mit Übergewicht bzw. Adipositas. Bei vergleichbarem Gesamtgewichtsverlust schnitt die langsamere Abnahme bei Fettmasse und Ruheenergieverbrauch günstiger ab. Bei der fettfreien Masse zeigte sich dagegen kein Unterschied.[6]

Was ist mit dem berühmten Jo-Jo-Effekt?

Der berühmte Jo-Jo-Effekt: Die Vorstellung, dass schnell verlorene Kilos noch schneller zurückkommen, ist wissenschaftlich nicht belegt. In einer Studie nahmen Menschen nach schneller und auch nach langsamer Gewichtsabnahme langfristig einen ähnlich großen Anteil des verlorenen Gewichts wieder zu.[7]  Das heißt natürlich nicht, dass Crash-Diäten empfehlenswert sind. Es zeigt vielmehr, dass Abnehmen komplexer ist als „langsam ist gut, schnell ist schlecht“.

Gesund abnehmen: Was langfristig zählt

Vielleicht ist die wichtigste Frage also gar nicht, wie viel du in sieben Tagen abnehmen kannst? Viel interessanter ist nämlich alles, was auch realistisch in Zukunft funktioniert. Deine Motivation ist hierfür wichtig. Du brauchst du weder Tricks zur Fettverbrennung noch einen komplizierten Ernährungsplan. Auch auf einzelne Lebensmittel oder Kohlenhydrate musst du dich nicht fixieren. Eine ausgewogene, kalorienreduzierte Ernährung ist deine Grundlage.  

Bewegung und Sport gehören immer dazu. Denn beides erhöht deinen Kalorienverbrauch und erhält deine Muskelmasse. Für die Zukunft gilt also, was die medizinische Leitlinie zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas [1] empfiehlt: Ernährungsumstellung, Bewegung und langfristige Verhaltensänderungen.

Versuche also mit diesen Tipps bei deinen Erwartungen realistisch zu sein: Gewicht schwankt, Fortschritte sind nicht linear und Gewicht sagt wenig über deine Körperzusammensetzung aus. Lass dich nicht täglich von der Waage beurteilen; schau lieber in die Zukunft. Abnehmen muss kein Kampf sein. Dein Wunschgewicht darf sich anpassen. Veränderungen passieren über Wochen und gesunde Routinen bilden sich über Monate.

Wenn du mit Übergewicht oder Adipositas lebst und Hilfe suchst, sind wir für dich da: Das Juniper Programm verbindet medizinische Begleitung mit Ernährungsberatung für langfristige Veränderungen. Welche Form der Unterstützung zu dir passt, hängt immer von deiner individuellen Situation ab.

Häufige Fragen zum Abnehmen pro Woche

Wie viel kann man in einer Woche abnehmen?

Das ist individuell. Eine gute Orientierung liefert die aktuelle medizinische Leitlinie: Bei einem täglichen Kaloriendefizit von etwa 500 bis 600 kcal ist über maximal drei Monate ein Gewichtsverlust von ungefähr 0,5 kg pro Woche zu erwarten.[1]

Kann ich pro Woche 5 kg abnehmen?

Wenn du innerhalb einer Woche 5 kg verlierst, bedeutet das nicht, dass du 5 kg Fett verloren hast. Gerade bei starken Gewichtsveränderungen kann auch der Wasserhaushalt einen erheblichen Einfluss auf die Zahl auf der Waage haben.[3] 5 kg pro Woche sind kein sinnvolles Ziel.

Kann ich 3 kg pro Woche abnehmen?

Auch 3 kg weniger auf der Waage sind nicht gleich 3 kg verlorenes Körperfett. Als Orientierung nennt die aktuelle medizinische Leitlinie bei einem täglichen Energiedefizit von etwa 500 bis 600 kcal einen erwartbaren Gewichtsverlust von ungefähr 0,5 kg pro Woche über einen Zeitraum von maximal drei Monaten.[1]

Kann ich 4 Kilo in einer Woche abzunehmen?

4 kg weniger auf der Waage sagt allein noch nicht aus, wie viel Körperfett du verloren hast. Kurzfristig kann beispielsweise der Wasserhaushalt das Gewicht deutlich beeinflussen.[3]

Kann ich 2 kg in einer Woche abnehmen?

Auch bei 2 kg gilt: Die Zahl auf der Waage entspricht nicht dem Fettverlust. Besonders am Anfang können Veränderungen des Wasserhaushalts das Ergebnis beeinflussen und du nimmst rein rechnerisch mehr Kilo pro Woche ab, jedoch nicht unbedingt Fett. [3]

Image credit: Pexels