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Mounjaro wirkt nicht? Warum dein Abnehmerfolg stagniert und was du dagegen tun kannst

Die Waage steht still? Dein Fortschritt wahrscheinlich nicht.

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Auf einen Blick

  • Bei der Gewichtsreduktion mit Mounjaro kann es zwischenzeitlich zu einem Stillstand kommen.
  • In den meisten Fällen kannst du deinen Abnehmerfolg allerdings selbst wieder ankurbeln, indem du auf deine Kalorienaufnahme und deinen tatsächlichen Kalorienverbrauch achtest. Auch Muskelaufbau sowie "natürliche Plateaus" können deine Gewichtsabnahme beeinflussen
  • Sollte der Zeiger deiner Waage allerdings mehrere Monate nicht runtergehen, kann ärztliche Unterstützung sinnvoll sein. Das Juniper-Programm verbindet dabei drei wichtige Säulen: Bewegung, Ernährung sowie medizinische Unterstützung.

Du verwendest Mounjaro und hast das Gefühl, dass sich nicht mehr viel tut? Damit bist du nicht allein: Es gibt viele Gründe, warum die Gewichtsabnahme mit der Abnehmspritze ins Stocken geraten kann.

Die gute Nachricht: In diesem Beitrag erfährst du, woran das liegen kann und was du konkret dagegen tun kannst.

Wie sieht die Wirkung von Mounjaro realistisch aus?

Mounjaro von Eli Lilly wirkt über den Wirkstoff Tirzepatid, der an zwei körpereigenen Hormonsystemen ansetzt: GLP-1 und GIP. Beide spielen eine wichtige Rolle dabei, wie hungrig oder satt du dich fühlst und wie dein Körper mit Blutzucker umgeht. Ursprünglich wurde das Medikament für Menschen mit Typ-2-Diabetes entwickelt, mittlerweile kommt es auch bei Übergewicht und Adipositas zum Einsatz.

Patienten starten dabei mit einer geringen Dosis von 2,5 mg; die Dosis wird dann Schritt für Schritt gesteigert. Gerade am Anfang bemerkst du wahrscheinlich zuerst, dass dein Hunger nachlässt und du schneller satt bist.

Was du dabei durch die Anwendung von Mounjaro erwarten kannst: In der großen, sogenannten SURMOUNT-1-Studie verloren Teilnehmende nach 72 Wochen je nach Dosierung durchschnittlich 15 bis knapp 21 Prozent ihres Ausgangsgewichts, in der Placebogruppe waren es nur 3,1 Prozent. [1]

Achtung: Das sind Durchschnittswerte aus einer großen Gruppe, kein Versprechen für dich persönlich. Wie viel du abnimmst, hängt von vielen Faktoren ab, etwa deinem Ausgangsgewicht, deiner Dosis, deiner Ernährung und wie viel du dich bewegst. Manche Menschen sprechen schneller auf Mounjaro an, andere brauchen mehr Geduld, und das ist völlig normal.

Warum du nicht mit Mounjaro abnimmst

Es gibt mehrere Gründe, warum sich bei dir gerade wenig bis nichts auf der Waage tut. Die häufigsten davon:

Du bist noch in der frühen Dosis-Anfangsphase

Mounjaro® wird nicht sofort in voller Stärke angewendet: Du startest mit 2,5 mg pro Woche, nach vier Wochen erhöht deine Ärztin oder dein Arzt die Dosis in der Regel auf 5 mg, danach sind bei Bedarf weitere Schritte um jeweils 2,5 mg möglich, frühestens alle vier Wochen und bis zu einer Höchstdosis von 15 mg. [2]

Die Anfangsdosis von 2,5 mg dient in erster Linie dazu, deinen Körper an den Wirkstoff zu gewöhnen, nicht unbedingt schon spürbare Gewichtsveränderungen auszulösen. Wenn du dich also noch in dieser Phase befindest und wenig merkst, ist das kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft.

Gut zu wissen: Dosisanpassungen sollten im Rahmen der Behandlung stets in Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt erfolgen, nie auf eigene Faust.

Du nimmst versehentlich doch mehr Kalorien zu dir

Auch wenn dein Appetit unter einem Arzneimittel wie Mounjaro (aber auch Ozempic oder Wegovy) spürbar nachlässt, heißt das nicht automatisch, dass deine tägliche Energieaufnahme so gering ist, wie du vielleicht denkst. Ein Schluck Saft hier, ein Kaffee mit Sirup dort, ein Glas Wein am Abend: Solche flüssigen Kalorien werden im Alltag leicht übersehen, wirken sich aber genauso auf deine Energiebilanz aus wie feste Nahrung.

Das ist sogar wissenschaftlich belegt: Eine Studie im International Journal of Obesity zeigte, dass Kalorien aus Getränken deutlich schwächer sättigen als die gleiche Menge Kalorien aus fester Nahrung. Während die Teilnehmenden ihre Nahrungsaufnahme bei zusätzlichen festen Kalorien automatisch anpassten, geschah das bei flüssigen Kalorien nicht, mit der Folge einer messbaren Gewichtszunahme. [3]

Muskeln, Wasser und die Waage: Warum die Zahl allein täuschen kann

Auch wenn der Blick auf die Waage manchmal frustrierend sein kann:  In vielen Fällen zeigt sie dir dein Gesamtgewicht an, nicht, woraus dieses Gewicht besteht. Und das schwankt von Tag zu Tag, ganz unabhängig von echtem Fett- oder Muskelverlust: Salzige Mahlzeiten, Hormonzyklus (gerade auch PMS), Trainingsbelastung oder einfach dein Hydratationsstatus können dein Gewicht innerhalb von 24 Stunden um ein bis zwei Kilogramm nach oben oder unten verschieben, allein durch Wassereinlagerungen.

Gut zu wissen: Körperanalysewaagen zeigen dir neben dem reinen Gewicht auch den Körperfettanteil, die Muskelmasse oder den Wasseranteil an. Solche Modelle arbeiten meist mit bioelektrischer Impedanzmessung und liefern damit eher eine Schätzung als einen exakten Wert; Tagesform und Hydrierung beeinflussen auch hier das Ergebnis.

Als grobe Orientierung über einen längeren Verlauf hinweg können sie aber trotzdem hilfreich sein, gerade wenn sich die Zahl auf einer klassischen Waage mal nicht bewegt.

Du hast ein Plateau erreicht, und das ist normal

Nach einer Phase mit sichtbaren Fortschritten stagniert das Gewicht bei einer "regulären" Diät, und das ist auch bei der Anwendung von Mounjaro der Fall.  Laut einer Auswertung der SURMOUNT-1-Studie erreichten bis Woche 72 zwischen 88 und 90 Prozent der Teilnehmenden ein solches Plateau. [4] Das liegt daran, dass sich dein Körper an das neue, niedrigere Gewicht und den neuen Stoffwechsel anpasst: Der Energiebedarf sinkt, während hormonelle Signale für Hunger und Sättigung sich verschieben.

Ein Plateau ist bei den meisten Personen also die Regel, nicht die Ausnahme, und kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft oder das Medikament nicht mehr wirkt. Auch ein kleiner Teil der Behandelten spricht von Anfang an langsamer auf Tirzepatid an: In derselben Studie erreichten "langsame Starter" nach 12 Wochen zunächst noch keine 5 Prozent Gewichtsverlust, nach 72 Wochen hatten aber 90 Prozent von ihnen dieses Ziel trotzdem erreicht. [5]

Daneben können auch chronischer Stress und Schlafmangel eine Gewichtsabnahme zusätzlich erschweren, da beides die Hormone Ghrelin und Leptin beeinflusst, die Hunger und Sättigung steuern. [6]

Kann die Wirkung von Mounjaro mit der Zeit nachlassen?

Ein echtes "Nachlassen" der Wirkung ist bei Tirzepatid nicht typisch. Was oft danach aussieht, hat meist andere Ursachen, etwa ein Plateau, schleichend mehr Kalorien oder eine noch zu niedrige Dosis. Gewichtsmanagement-Studien zeigen, dass über 85 Prozent der Behandelten mindestens 5 Prozent ihres Körpergewichts verlieren, ein kleiner Teil spricht jedoch auch bei korrekter Anwendung nur gering an. [1]

Auch Nebenwirkungen anderer Medikamente, die du einnimmst, können unter Umständen dafür sorgen, dass die Waage stur bleibt.

Was kannst du tun, um deinen Abnehmerfolg wieder anzukurbeln?

Auch wenn ein Plateau beim Abnehmen zu den ganz normalen Reaktionen deines Körpers gehört, gibt es viele Aspekte, die du selbst in der Hand hast:

Zurück zu den Grundlagen: Ernährung, Bewegung, Schlaf

Die Zufuhr von genügend Protein ist bei vielen Menschen, die Abnehmspritzen anwenden, nicht immer einfach, da der Appetit deutlich reduziert ist. Allerdings kann genau das zum Problem werden: Unzureichende Proteinzufuhr kann Muskelabbau begünstigen und ein Plateau im Gewichtsverlust noch verstärken, da Muskelmasse aktiv am Energieverbrauch deines Körpers beteiligt ist.

Wie verbreitet dieses Problem ist, zeigt eine aktuelle Studie: Von 60 untersuchten GLP-1-Anwendenden erreichten nur 43 Prozent die empfohlene Proteinmenge von mindestens 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich. [7] Ein bewusster Blick auf proteinreiche Lebensmittel bei jeder Mahlzeit, etwa Eier, Hülsenfrüchte, Tofu, Seitan, Fisch oder Milchprodukte, kann hier gegensteuern.

Außerdem solltest du noch folgende Punkte beachten:

  • Behalte flüssige Kalorien im Blick. Säfte, Softdrinks oder Alkohol zählen genauso zu deiner Energiebilanz wie feste Nahrung, sättigen aber deutlich schwächer. In vielen Fällen können sie sogar dein Hungergefühl "antriggern".
  • Tracke auch "gesunde" Lebensmittel. Nüsse, Avocado, Olivenöl oder Smoothies gelten zu Recht als gesund, können aber trotzdem kalorienreich sein. Ein Blick auf die Menge ist somit auch in diesem Fall eine gute Idee.
  • Verbessere deinen Schlaf und dein Stressmanagement. Guter Schlaf und bewusste Entspannung unterstützen die Hormone, die Hunger und Sättigung steuern, und damit indirekt auch deinen Fortschritt.

Gut zu wissen: Achte auch auf ausreichende Bewegung. Dabei ist es ratsam, nicht nur Cardiotraining zu machen, sondern auch regelmäßig Krafttraining einzubauen, da es gezielt dem Muskelabbau entgegenwirkt, der bei jeder Gewichtsabnahme mitpassiert.

Die WHO empfiehlt Erwachsenen dafür mindestens zweimal pro Woche Krafttraining. [8] Zu viel des Guten sollte es dabei aber auch nicht sein: Übermäßiger Trainingsstress kann deinen Körper zusätzlich belasten und wirkt sich damit eher hinderlich auf deinen Fortschritt aus.

Warum Dosisentscheidungen in ärztliche Hände gehören

Bei einem Plateau kann eine Dosiserhöhung durchaus (je nach Grund für den individuellen Abnehmstillstand) helfen. Allerdings ist das stets eine ärztliche Entscheidung und keine, die du selbst treffen solltest. Schließlich geht es um deine Gesundheit. Deine Ärztin oder dein Arzt wägt ab, ob eine Erhöhung sinnvoll ist oder ob andere Ursachen den Abnehmstillstand verursachen.

Wann solltest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sprechen?

Die meisten Gründe für eine stockende Gewichtsabnahme lassen sich mit etwas Geduld und den in diesem Artikel genannten Tipps gut einordnen. Es gibt aber Situationen, in denen ein Arztgespräch der richtige nächste Schritt ist, statt weiter selbst nach Erklärungen zu suchen:

  • Dein Gewicht stagniert über mehrere Monate, obwohl du Ernährung, Bewegung und Proteinzufuhr im Blick hast
  • Du überlegst, deine Dosis zu erhöhen, zu senken oder möchtest Mounjaro ganz absetzen
  • Nebenwirkungen belasten dich stark oder verändern sich plötzlich
  • Du bemerkst Symptome, die dir Sorgen machen, etwa starke Übelkeit, anhaltende Bauchschmerzen oder ungewöhnliche Stimmungsveränderungen

In all diesen Fällen kann deine Ärztin oder dein Arzt einschätzen, was in deiner individuellen Situation sinnvoll ist, sei es eine Anpassung der Dosis, ein genauerer Blick auf mögliche andere Ursachen oder einfach die Bestätigung, dass alles im normalen Rahmen verläuft.

Gut zu wissen: Im Juniper-Programm ist diese ärztliche Begleitung von Anfang an Teil des Konzepts: Ernährung, Bewegung und medikamentöse Behandlung werden dort mit regelmäßiger medizinischer Betreuung kombiniert, sodass du bei Fragen wie diesen nicht auf dich allein gestellt bist.

Fazit: Mounjaro® wirkt, auch wenn die Waage mal stillsteht

Ein Stillstand beim Abnehmen fühlt sich frustrierend an, ist aber selten ein Zeichen dafür, dass Mounjaro nicht (mehr) funktioniert. Meistens steckt dahinter etwas ganz anderes: die frühe Dosisphase, unterschätzte Kalorien, Wasser statt Fett auf der Waage oder ein ganz normales Plateau, das dein Körper zwischendurch einlegt.

Am Ende gilt: Geduld mit dir selbst und deinem Körper bringt dich meist weiter als der Blick auf die Waage von heute auf morgen.

Image credit: Pexels