Auf einen Blick
- Verdauungsbeschwerden sind unter Wegovy® und Mounjaro® normal. Durchfall, Verstopfung, Blähungen und Sodbrennen können besonders zu Beginn der Behandlung oder rund um eine Dosiserhöhung auftreten und lassen meist mit der Zeit nach.
- Was hilft, hängt von der Art der Beschwerden ab. Mehr Ballaststoffe können bei Verstopfung sinnvoll sein, während ein gereizter Darm bei akutem Durchfall große Mengen davon möglicherweise schlechter verträgt.
- Ausreichend zu trinken ist sehr wichtig. Vor allem Durchfall und Erbrechen können zu einem deutlichen Flüssigkeitsverlust führen.
- Kleinere Mahlzeiten sind oft angenehmer für den Magen. Langsames Essen und leichte Bewegung können zusätzlich helfen. Bei Blähungen, Völlegefühl oder Sodbrennen lohnt es sich außerdem, individuelle Auslöser zu beobachten.
- Kaffee, Alkohol, sehr fettige oder scharfe Speisen und kohlensäurehaltige Getränke können Beschwerden verstärken. Du musst nicht grundsätzlich darauf verzichten: Entscheidend ist, was du gut verträgst.
- Hol dir bei starken oder anhaltenden Beschwerden medizinische Hilfe. Ändere deine Dosis nicht selbst und setze die Behandlung nicht ohne ärztliche Rücksprache ab.
Durchfall, Verstopfung, Blähungen oder Völlegefühl sind während der Behandlung mit Wegovy® oder Mounjaro® keine Seltenheit. Gerade am Anfang oder rund um eine Dosiserhöhung kann sich deine Verdauung verändern. Meistens lassen die Beschwerden mit der Zeit wieder nach. Bis dahin kannst du aber einiges tun, um deinen Bauch zu entlasten. In diesem Guide erfährst du, was bei den einzelnen Beschwerden hilft und wann du besser medizinischen Rat einholst.
Warum sich deine Verdauung während der Behandlung verändert
Wegovy® und Mounjaro® beeinflussen nicht nur deinen Appetit, sondern auch deine Verdauung. Unter anderem wird dein Magen langsamer entleert. Dadurch bleibst du länger satt. Gleichzeitig kann sich dein Magen-Darm-Trakt während der Behandlung aber erst einmal anders anfühlen als sonst. [1,2]
Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Völlegefühl oder Sodbrennen gehören zu den möglichen Nebenwirkungen. Gerade zu Beginn der Behandlung und rund um eine Dosiserhöhung können solche Beschwerden stärker auffallen. Bei den meisten Patient:innen nehmen sie mit der Zeit wieder ab, sobald sich der Körper an die Behandlung gewöhnt hat. [1–4]
Auch der kleinere Appetit kann eine Rolle spielen. Wer weniger isst, nimmt weniger Flüssigkeit und Ballaststoffe zu sich. Das kann zum Beispiel Verstopfung begünstigen. Durchfall wiederum führt dazu, dass der Körper mehr Flüssigkeit verliert. Deshalb gibt es nicht den einen Tipp für alle Verdauungsbeschwerden. Entscheidend ist, was dir genau Probleme macht und was du persönlich gut verträgst. [2,5,8]
Verdauungsbeschwerden können auch bei anderen GLP-1-Medikamenten auftreten. Vielleicht suchst du deshalb nach „Abnehmspritze und Durchfall“, „Ozempic® und Verstopfung“ oder „Semaglutid und Durchfall“. Dahinter können ähnliche gastrointestinale Nebenwirkungen stecken. Welche Nebenwirkungen bei deinem Medikament auftreten können, findest du vollständig in der jeweiligen Packungsbeilage. [1–4]
Was dir bei Verstopfung hilft
Verstopfung kann unter Wegovy® und Mounjaro® auftreten. Dazu kommt: Durch den kleineren Appetit isst du während der Behandlung meist weniger als vorher. Damit nimmst du weniger Flüssigkeit und Ballaststoffe auf, was einen trägen Darm zusätzlich begünstigt. [1,2,5]
Ein guter Anfang ist deshalb, genug zu trinken und deine Ballaststoffzufuhr im Blick zu behalten: Haferflocken, Vollkornbrot, Gemüse, Linsen und andere Hülsenfrüchte, Birnen, Beeren, Pflaumen oder geschrotete Leinsamen sind gute Quellen. Steigere die Menge langsam und trink ausreichend Wasser dazu. Zu viele Ballaststoffe auf einmal können Blähungen nämlich zusätzlich verstärken. [5]
Auch Bewegung bringt deinen Darm in Schwung. Dafür braucht es kein volles Workout: Schon ein kurzer Spaziergang, zum Beispiel nach dem Essen, kann die Verdauung unterstützen. [5]
Manchmal liegt es aber nicht allein an der Behandlung. Eisenpräparate, opioidhaltige Schmerzmittel, bestimmte Antidepressiva und einige Blutdruckmedikamente können Verstopfung ebenfalls begünstigen. Falls du regelmäßig andere Medikamente nimmst und die Beschwerden anhalten, sprich am besten mit deiner Ärztin / deinem Arzt darüber. Medikamente solltest du nicht eigenständig absetzen oder ändern. [6]
Was dir bei Durchfall hilft
Bei Durchfall verliert dein Körper mehr Flüssigkeit als sonst. Regelmäßig zu trinken ist darum sehr wichtig, um einer Dehydrierung vorzubeugen. Wasser oder ungesüßter Tee sind dafür eine gute Wahl. Bei stärkerem oder länger anhaltendem Durchfall kann dein Behandlungsteam dir sagen, ob zusätzlich eine Elektrolytlösung sinnvoll ist. [1,2,8]
Beim Essen sind kleinere Portionen oft angenehmer. Leicht verträgliche Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln, Bananen oder Zwieback können vorübergehend Sinn machen. Sehr fettige oder scharfe Speisen können deinen Darm zusätzlich reizen. Das gilt zum Beispiel für Frittiertes, sehr üppige Mahlzeiten oder scharf gewürzte Gerichte. [8]
Auch Kaffee und Alkohol können deinen Durchfall verstärken. Es kann deshalb helfen, auf beides vorübergehend zu verzichten und zu beobachten, ob sich deine Beschwerden bessern. Komplett verzichten musst du nicht automatisch: Entscheidend ist, was du gerade gut verträgst. [8]
Bei Ballaststoffen kommt es auf deine Situation an. Während sie bei Verstopfung hilfreich sein können, verträgt ein ohnehin gereizter Darm große Mengen nicht immer gut. Sobald sich der Durchfall bessert, kannst du ballaststoffreiche Lebensmittel schrittweise wieder in deinen Speiseplan einbauen. [5,8]
Hält der Durchfall an oder ist er sehr stark, solltest du dich bei deinem Behandlungsteam melden. Ändere deine Dosis nicht selbst und setze Wegovy® oder Mounjaro® auch nicht ohne ärztliche Rücksprache ab. [1,2]
Blähungen und Völlegefühl? Was du jetzt tun kannst
Bei Wegovy® und Mounjaro® können Blähungen und ein unangenehmes Völlegefühl auftreten. Da sich der Magen während der Behandlung langsamer entleeren kann, fühlen sich größere oder sehr reichhaltige Mahlzeiten schwerer an als gewohnt. [1,2]
Oft hilft es, kleinere Portionen zu essen und dir beim Essen Zeit zu lassen. Gründliches Kauen kann zusätzlich verhindern, dass du unnötig viel Luft schluckst. Sehr fettige Mahlzeiten können länger schwer im Magen liegen. Beobachte darum, ob du zum Beispiel Pommes, frittierte Speisen, sehr käsige Pizza oder schwere Sahnesaucen momentan schlechter verträgst. [7]
Auch kohlensäurehaltige Getränke können einen aufgeblähten Bauch verstärken. Ein kurzer Spaziergang nach dem Essen hilft oft, die Verdauung zu unterstützen. [5,7]
Welche Lebensmittel Beschwerden auslösen oder verstärken, ist ganz individuell. Ein kleines Essens- und Symptomtagebuch ist darum hilfreich: Notiere dir für ein paar Tage, was du gegessen und getrunken hast und wann Blähungen oder Völlegefühl auftreten. So erkennst du leichter, ob sich bestimmte Auslöser wiederholen. Das kann auch für ein Gespräch mit deinem Behandlungsteam nützlich sein. [5]
Du musst dabei nicht vorsorglich ganze Lebensmittelgruppen streichen. Ziel ist vielmehr herauszufinden, was dein Bauch während der Behandlung gerade gut verträgt. [5,7]
Was dir bei Sodbrennen hilft
Auch Sodbrennen und saures Aufstoßen treten während der Behandlung mit Wegovy® oder Mounjaro® auf. Kleinere Mahlzeiten können dabei deinen Magen entlasten. Nach dem Essen hilft es außerdem, aufrecht zu bleiben und sich nicht direkt hinzulegen. [1,2,7]
Außerdem können bestimmte Lebensmittel und Getränke Sodbrennen verstärken. Typische Auslöser sind zum Beispiel Kaffee, Alkohol, Schokolade, kohlensäurehaltige Getränke sowie sehr fettige oder scharfe Speisen. Das bedeutet nicht, dass du all das grundsätzlich meiden musst. Achte lieber darauf, ob du nach dem morgendlichen Kaffee, einem Glas Wein oder einer besonders üppigen Mahlzeit Beschwerden bemerkst und orientiere dich daran. [7]
Auch hier kann dir ein Essens- und Symptomtagebuch helfen, persönliche Auslöser zu erkennen. Häufig reicht es schon, diese für eine Weile zu reduzieren oder die Mengen anzupassen, statt den Speiseplan unnötig einzuschränken. [5,7]
So unterstützt du deine Verdauung mit Essen und Trinken
Bei Verdauungsbeschwerden gibt es keine Regel, die für alle funktioniert. Bei Verstopfung können mehr Ballaststoffe sinnvoll sein, während große Mengen davon bei akutem Durchfall oder starken Blähungen die Beschwerden zusätzlich verstärken. Entscheidend ist darum, was du gerade gut verträgst. [5,8]
Versuche trotz kleinem Appetit regelmäßig zu essen und ausreichend zu trinken. Kleinere, ausgewogene Mahlzeiten sind während empfindlicher Phasen oft angenehmer als große Portionen. Auch Veränderungen solltest du lieber Schritt für Schritt angehen: Möchtest du zum Beispiel mehr Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte oder Leinsamen essen, passe die Menge langsam an. [5]
Es lohnt sich außerdem, nicht nur auf das Essen zu schauen. Kaffee, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke können je nach Beschwerde ebenfalls eine Rolle spielen. Ein paar Tage bewusst zu beobachten, was dir gut bekommt und was nicht, ist hilfreicher als vorsorglich immer mehr Lebensmittel vom Speiseplan zu streichen. [7,8]
Mehr dazu, wie du dich während der Behandlung ausgewogen ernährst und trotz kleinerem Appetit ausreichend mit Nährstoffen versorgst, findest du in unserem Ratgeber zur Ernährung mit GLP-1/GIP-Medikamenten.
Wann du dir medizinische Hilfe holen solltest
Leichte Verdauungsbeschwerden lassen bei den meisten mit der Zeit wieder nach. Starke, ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden solltest du jedoch nicht einfach aussitzen. Melde dich bei deinem Behandlungsteam, besonders bei länger anhaltendem Durchfall oder Verstopfung, wiederholtem Erbrechen oder Beschwerden, die es dir schwer machen, ausreichend zu essen und zu trinken: Durchfall und Erbrechen können zu einem deutlichen Flüssigkeitsverlust führen. Starker Durst, ein trockener Mund, Schwindel oder sehr dunkler Urin können auf eine Dehydrierung hindeuten und sollten unbedingt medizinisch abgeklärt werden. [1,2,8]
Starke und anhaltende Bauchschmerzen brauchen sofort eine medizinische Abklärung. Das gilt besonders für Schmerzen, die bis in den Rücken ausstrahlen können, da sie auf eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse hinweisen können. [1,2]
Bei Wegovy® gilt außerdem: Eine schwere Verstopfung zusammen mit Bauchschmerzen, einem stark aufgeblähten Bauch oder Erbrechen kann auf einen Darmverschluss hindeuten und muss sofort medizinisch abgeklärt werden. [1]
Auch Zeichen einer schweren allergischen Reaktion wie Atemprobleme oder Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen sind ein medizinischer Notfall. Hole dir in diesem Fall sofort medizinische Hilfe. [1,2]
Ändere deine Dosis nicht eigenständig und setze Wegovy® oder Mounjaro® nicht ohne ärztliche Rücksprache ab. Eine vollständige Übersicht über mögliche Nebenwirkungen und Warnzeichen findest du in der jeweiligen Packungsbeilage. [1,2]
Häufig gestellte Fragen
Wie lange halten Verdauungsbeschwerden an?
Das ist von Person zu Person und je nach Beschwerde unterschiedlich. Durchfall, Verstopfung oder Blähungen treten besonders häufig zu Beginn der Behandlung oder rund um eine Dosiserhöhung auf. Bei vielen Patient:innen werden die Beschwerden mit der Zeit schwächer. Halten sie länger an, werden stärker oder belasten dich im Alltag deutlich, wende dich an dein Behandlungsteam. [1–4]
Was hilft schnell bei Verstopfung?
Ausreichend trinken, leichte Bewegung und ballaststoffreiche Lebensmittel können die Verdauung unterstützen. Haferflocken, Vollkornbrot, Gemüse, Pflaumen oder Leinsamen sind zum Beispiel gute Ballaststoffquellen. Erhöhe die Menge langsam und trink ausreichend dazu. [5]
Bleibt die Verstopfung bestehen, können Ärzt:in oder Apotheker:in beurteilen, ob zusätzlich ein geeignetes Mittel gegen Verstopfung sinnvoll ist. [5,6]
Was kann ich bei Durchfall tun?
Trinken hat jetzt Priorität, denn Durchfall kann zu Flüssigkeitsmangel führen. Kleinere Portionen und gut verträgliche Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln, Bananen oder Zwieback können vorübergehend angenehmer sein. Sehr fettiges oder scharfes Essen, Kaffee und Alkohol können die Beschwerden verstärken. [1,2,8]
Starker oder anhaltender Durchfall sollte medizinisch abgeklärt werden. Das gilt besonders, sobald Anzeichen einer Dehydrierung hinzukommen. [1,2,8]
Sind Blähungen während der Behandlung normal?
Blähungen und ein aufgeblähter Bauch gehören zu den möglichen Nebenwirkungen von Wegovy® und Mounjaro®. Kleinere Portionen, langsames Essen und etwas Bewegung nach einer Mahlzeit können helfen. Beobachte auch, ob bestimmte Lebensmittel oder kohlensäurehaltige Getränke deine Beschwerden verstärken. [1,2,5,7]
Starke oder anhaltende Blähungen, zusammen mit Schmerzen, Erbrechen oder ausgeprägter Verstopfung solltest du medizinisch abklären lassen. [1,2]
Können die Beschwerden nach einer Dosiserhöhung stärker werden?
Ja, das kann passieren. Gastrointestinale Nebenwirkungen treten besonders zu Beginn der Behandlung und rund um die schrittweise Dosiserhöhung auf. Bei vielen Patient:innen nehmen sie im weiteren Verlauf wieder ab. [1–4]
Starke oder anhaltende Beschwerden solltest du mit deinem Behandlungsteam besprechen. Ändere die Dosis nicht eigenständig. [1,2]
Können Nahrungsergänzungsmittel bei Verdauungsbeschwerden helfen?
Das hängt von der Art der Beschwerden ab. Bei Verstopfung können zum Beispiel Quellstoffe wie Flohsamenschalen infrage kommen. Sie binden Wasser und erhöhen das Stuhlvolumen, müssen aber mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden. Eine schnelle Erhöhung der Ballaststoffmenge kann Blähungen verstärken. [5]
Nicht alles, was bei Verdauungsbeschwerden angeboten wird, ist ein Nahrungsergänzungsmittel: Mittel gegen Blähungen, Sodbrennen, Durchfall oder Verstopfung können Arzneimittel sein. Lass dich deshalb am besten in der Apotheke oder von deinem Behandlungsteam beraten, bevor du etwas Neues einnimmst, besonders bei weiteren Medikamenten. [5,6]
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Diese Informationen dienen nur der allgemeinen Orientierung und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer eine qualifizierte medizinische Fachperson.
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